~ erst als ein Herz
den Schmerz verließ,
der Augenblick
für immer blieb ~
[Mrs. McH]
Mrs. McH #Lyrik
Texte 2025
in umgekehrt
chronologischer
Reihenfolge
~ wenn ein Jahr
in Tränen endet,
ertrinkt ein neues
in einem salzig Meer,
ein Herz,
so voller Liebe,
ein Herz,
so furchtbar leer,
muss weiter, weiter,
immer weiter schlagen,
darf niemals nie, nie verzagen,
leidet es auch noch so sehr;
ein hässlich Jahr
in einem Ozean
aus Not versinkt,
eine neue Ära
trotzdem beginnt,
ein neues and'res Leben,
so darf ein Herz
sich nicht aufgeben,
seine Zeit
nicht verschenken,
in liebevollem Angedenken
an all das Schöne,
was einst war:
ein Herz, so lieb,
so ewig wahr ~
[Mrs. McH]
~ so lange Zeit
ins Schwarz geatmet,
Tage, Nächte, Jahre
nur gewartet,
nur gewartet,
dass der Schmerz
das Herz verlässt,
dann verhandelt,
angebiedert,
angebandelt
mit Not und Leid,
doch falsch gefeilscht
um rottend Fleisch,
denn Zeit heilt keine Wunden,
Zeit verschließt keine Narben,
nein, zu viel Zeit
stellt zu viele Fragen
nach zu vielen Augenblicken,
die taub darbend in längst
verstummten Uhren ticken,
irgendwann ward offenbar,
das Herz schon lange
nicht mehr schlagend war,
zu lange Zeit
hat es ins Schwarz geliebt ~
[Mrs. McH]
~ meine Sprache
ich nun fand,
am Haken hängend
im Schlächterland,
jedes Wort
in einem anderen Gewand
aus Seelenhaut,
viele leise,
noch mehr laut,
jedes selbst getragen,
aus dem Schrank
der tausend Fragen,
in den Schacht
räudiger Qualen,
in manches gezwängt,
in viele vom Selbst gedrängt,
in manchem verloren,
manche selbst geboren,
doch letztlich
alle abgestreift,
gehäutet,
dann ausgebeutet,
trotzdem leer ausgegangen,
blank ins Nichts gestürzt,
wieder aufgefangen,
totale Entblößung,
endlich Erlösung,
meine Sprache
ich nun fand ~
[Mrs. McH]
tagdunkel
nachthell
und alles dazwischen
ist Schuld
tagdunkel
~ grauer Finger
sticht ins Aug,
ein neuer Tag nach Atem saugt,
im fahlen Schein klammer Not
erhebt sich was,
gestern fast tot;
die Nacht verstirbt,
ihr Fleisch noch warm,
aus finst'rem Traum,
doch für Wahrheit,
nein, oh nein,
bleibt kein Raum;
ein Schwall Heuchelei
ins müde Gesicht gespritzt,
ein falscher Blick,
das Rückgrat bricht
mit leisem Klick,
das Wesen wird
zu einem Nichts;
es nimmt die Nadel,
nimm den Zwirn
näht ein Lächeln
roh unters Hirn,
tackert die Lider,
weit und starr,
so ist es gut,
so scheint es wahr;
nun rasch den Seeleneiter
mit Puder bestreuen,
alle Welt soll sich
an der Fassade erfreuen,
der Spiegel stumm vor Scham
in tausend Stücke bricht,
wartet wissend,
bis die Nacht anbricht ...
nachthell
~ im Sonnenlicht
gold'ne Masken glänzen,
das Fleisch erzwingt,
so stolz, so dumm,
oh weh, die falschen Grenzen,
ein Lächeln hier,
ein Nicken da,
alles so fein, unnahbar,
jedes Wort fast klinisch rein,
um vor der Welt
perfekt zu sein;
doch sinkt der Strahl,
zerbricht das Licht,
die Fassade bröckelt
aus dem Angesicht;
und der Tag
soll um Lug sich fügen,
die Menschen süß
mit Wahrheit trügen,
denn doch die Nacht
in all ihrer Pracht,
die Richterin, finale Macht,
die Nacht schreit alle Lügen;
im Dunkelreich,
wo Schweigen bricht,
verhallt das hohle
Marktgewicht;
kein Gold, das schützt,
kein Schein, der hält,
wenn tief im Innern
alles fällt;
was laut am Tag
als Wahrheit galt,
wird in Finsternis
so bitterkalt;
und im Kreislauf
erschöpfter Zeit,
macht Erkenntnis sich bereit,
die Nacht sticht zu,
sie kennt kein Zögern,
und lässt das Ich
im Licht vermodern ...
und alles dazwischen ist Schuld
~ manche Schuld
wird nie vergeben,
die Ärgste ist,
nicht zu leben,
mit dem,
was das Leben
uns einst zudachte;
nun verachte
uns
nicht
für unser Sein
ohne Sinn,
auf und davon,
längst dahin,
sind all die Engel
gewichen,
ihr Hell schon lange
in Düsternis verblichen;
manche Schuld
währt ewig,
lebt damit,
manche Schuld
wird nie
beglichen ...
[Mrs. McH]
~ die Weilen
zwischen tausend Tränen
und tröstlichem Vergessen
weiten sich gemächlich,
doch wie besessen
von seinem Sein
hebt der räudig Schmerz,
tief versteckt, so kläglich
im mühsam schlagend Herz
sich gewaltvoll auf,
sich zu entfalten
über alle Zeit,
herrisch zu walten
in Ewigkeit,
zu erhalten,
was die Seele schwert
für tausend Weilen
ohne Heilen;
und doch,
wenn das Tosen
im Geist versiegt,
das Siechtum sich müde
an den Abgrund schmiegt,
bricht durch klaffend Risse
ein fahles Licht,
es bleicht die Narben,
doch leugnet sie nicht;
ein Atemzug bloß,
von der Last befreit,
ein leises Verharren
am Rande der Zeit,
nur viel zu kurz
für unsere Endlichkeit ~
[Mrs. McH]
~ im Jetzt und im Hier
bin ich nicht ich,
bin ich nicht mehr,
der Leib
nur vegetiert,
die Hülle
infiltriert,
von roher Leere;
in die Quere
kommt
nur die Liebe,
die gegangen,
doch allgegenwärtig,
in der Seele pulsiert,
im Geist verfangen,
niemals stirbt ~
[Mrs. McH]
~ wo Schatten einst
wie Farben strahlten,
und Schmerz sich
in das Licht verwich,
zerfallen all die lieb Gestalten,
bis nur das Nichts
die Wahrheit spricht ~
Schwarzlicht
~ wir hingen ohnehin
an dünnen Fäden,
aus falschem Gold
und Staub gewebt,
in jenen fahlen,
engen Zimmern,
wo niemand stirbt
und keiner lebt;
dann wurde unser Licht gelöscht,
leuchtend hell war es
doch nie gewesen,
im Absolutum nur die räudige Wahl
zwischen Verwesen und Genesen;
wir suchten Heil in kalten Feuern,
die uns verbrannten,
statt zu wärmen,
gejagt von scheußlich Ungeheuern,
die nachts
von fernen Sonnen schwärmen;
was wir für den Morgen hielten,
war nur ein Zittern in der Nacht,
ein feiges Schweigen
vor den Sorgen, die uns
das letzte Glück vermacht;
nun birst alle Freud,
kein Trost verbleibt
in leeren Händen,
wir sind der Aussatz dieser Welt,
stumm verblasst an weißen Wänden;
so wurde unser Dunkel wahr,
ein Abgrund, tief und ohne Ende,
wie unser Licht
so schwarz gewesen,
reicht uns die Finsternis
nun wieder ihre Hände ~
[Mrs. McH]
ausgerahmt
~ aus dem Rahmen
noch nicht ganz
gefallen,
dennoch
ins Unglück
gestürzt,
etwas rief,
von dunklen Wolken
zart gehalten,
stand ich,
schien ich,
dann fiel ich doch,
tief,
so tief ~
[Mrs. McH]
~ nun bin ich
ein Monster aus Licht,
nun erstrecht
verführe ich dich
mit meinem
blendend Schein,
du sprichst nicht Nein,
dein Mund bleibt stumm,
ich funkele dich
in grell betörendes Delirium,
mein gleißend Strahlen,
wird noch teuflischere Teufel
an alle Wände malen
und du wirst
keinen einzigen davon sehen,
nein, du Lieb
wirst mit mir gehen,
mich begleiten,
mir bereiten
das letzte Mahl,
dich, oh schön,
du hast keine Wahl,
bin ich doch nun
dein liebstes Hell,
deine eiternde Quell,
dein heißes Begehr
nach so viel mehr,
nach Heil und Licht,
das all das Dunkel
in dir bricht,
nun bin ich
dein Monster aus Licht ~
[Mrs. McH]
~ zwischen Himmel und Hölle
abgeholt
[so wenig Raum
für so viel Traum]
von den eigenen Geistern
eingeholt
[belehr mich nicht
bekehr mich nicht]
kein Licht bricht
die Finsternis
die sein will
wofür sie geschaffen ist
mal laut
mal still
zwischen Himmel und Hölle ~
[Mrs. McH]
~ von meinem Herz
die Schlinge nimm,
die Enge will ich
nicht mehr ertragen,
lös all die Knoten,
lass los die Not,
atmen, endlich atmen,
will ich wieder wagen ~
[Mrs. McH]
~ das Dunkle will weilen,
das Licht soll leiden,
bloß, oh weh,
das Dunkle sind wir,
kannibalistisches
Lebenselixier,
unser Trunk
in unstetes Glück,
doch will es zurück
in seine Schindergrub,
sein feudal faules Heim,
gehegt und gepflegt
will es sein
in seiner Kammer
in seinem Jammer,
sich in sich selbst
ertränken,
sich noch mehr Dunkles
schenken,
sich an seinem Zorn
genüsslich laben,
sich selbst so lieb,
so liebhaben,
sich entbeinen,
wieder vereinen,
ganz ohne Sonne,
ganz ohne Licht,
doch etwas bricht;
nun also, das Dunkle
muss weichen, sich winden,
fort, weg,
es muss verschwinden,
ohne Leere
zu hinterlassen,
oh ja, wie sehr
wir es hassen,
die Leere
mit Schwere
zu füllen,
uns einzuhüllen
in ihr pharisäisches
Geschmeide
aus süßlicher Lieb,
in Versprochenes,
das niemals hielt,
nie blieb,
und wir begreifen,
auch Licht muss wachsen,
reifen,
wir müssen lernen
wieder zu scheinen,
nie mehr nie
im Dunklen weinen;
das Helle naht ~
[Mrs. McH]
~ von Beginn an
todgeweiht,
falsch abgezweigt,
verharrt,
das Leben bewahrt,
im Schatten
verweilt,
ungeheilt
ins Licht,
die Liebe spricht,
suche mich,
finde mich nicht,
Herzen brechen
viel schöner
ohne mich,
zum Ende hin
ergibt es Sinn,
ergebe ich mich,
von Beginn an
liebbefreit ~
[Mrs. McH]
~ vertraue deinen Augen,
niemals deinem Glauben,
genieße,
was du siehst,
genieße,
was du liest,
schon morgen
könnte es
verschwunden sein,
begreife,
dass immer nur
das Heute allein
dir niemals fehlt,
jetzt ist alles dein,
was ewig zählt ~
[Mrs. McH]
~ wo ich weile,
weht kein Wind,
wo ich atme,
weint kein Kind,
kalte Stille,
kein Erbarmen,
nur fremder Wille,
Tristesse im Samen,
in Morast gesät,
kein Tag vergeht
ohne Wanderung
auf schmalem Grat,
Liebe erstickt
im offenen Sarg,
Leben ist,
was Leben frisst,
doch dumpf und dröhnend
schlägt mein Herz,
viel lauter
als der größte Schmerz,
zu laut fürs Sterben,
zu laut fürs Sein,
wo ich bin,
mit mir allein,
kehren Hoff und Glück
bald wieder ein,
ganz ohne Not,
ganz ohne Zwang,
so stark das Streben,
so groß der Drang,
in Frieden zu heilen
in Freiheit zu weilen,
uns trägt nur Wind,
mein lächelnd Kind ~
[Mrs. McH]
Heilloses Durcheinander
~ und der Augenblick verweilt
und die Zeit
keine Wunde heilt,
ins eigene Täschchen
lügt sich's am Besten
und mit den Resten
unserer Würde
zerficken wir
auf höllischen Festen
alles und jeden
auswahlslos
und ausnahmslos
bis der Morgen graut,
wir verstummen,
nur grässlich laut
schreit unsere Not,
unsere Säfte,
einst kräftigrot,
verdicken sich
zu schwarzem Sud,
in den Extremitäten
nur Sterbendes,
im Torso
kein lebend Blut,
und die Zeit nichts heilt,
es verbleibt
nur fiebriges Eitern
für die Ewigkeit,
doch der Augenblick,
der Augenblick verweilt ~
[Mrs. McH]
~ mögen alle Mäuler
der Schande verstummen,
mögen alle Kehlen
der Lüge verrotten,
denn sie werden
niemals Buße tun,
ihre Hässlichkeit
wird nimmer ruh'n,
so sollen sie,
für immer schweigen,
leiden sollen sie,
grässlich leiden,
wenn ihre
kleinen Geister sterben,
wenn wir nun
IHRE Leichen
aus ihren Kellern bergen,
dann wird es wohl
und endlich
seltsam still
KILL
KILL
[Mrs. McH]
~ gelöscht hast du
mein Licht,
meine Seele,
meinen Geist
brichst du nicht,
was noch in mir glimmt
ist letzte Glut,
genährt,
geschürrt
von tiefster Wut,
doch du hast
mein Licht gelöscht ~
[Mrs. McH]
~ die Gewissheit
ist vollkommen
und sie gab,
was sie nie nahm,
und dem Grab
und dem Wahn
bin ich entkommen,
nichts wurd mir genommen,
nichts, was ich besaß ~
[Mrs. McH]
~ schau, die Wolken,
wie sie ziehen,
so mächtig,
so prächtig,
so in sich ruhend,
nicht Falsches,
nichts Richtiges tuend,
beschützend,
bedeckend
zugleich,
so leicht,
so hart,
so weich,
schau, die Wolken,
wie sie ziehen,
so ziehe ich
alles Übel
aus mir,
im Jetzt,
im Hier
bin ich die Macht,
bin ich meine eigene
Superkraft,
bin ich im Reinen
und bereit
neue Welten zu entdecken,
nur eines werde ich
vor allen Seelen verstecken:
meine Wolken,
schau, wie sie ziehen ~
[Mrs. McH]
~ unbeirrt,
weil noch immer
hirnverwirrt,
geht es
schon wieder los;
seht, da kommen sie gekrochen,
ungebrochen,
die Ratten
aus dem Schatten,
zu unterjochen
alles Sein;
wie einsam,
wie allein
müssen diese armen Seelen sein ~
[Mrs. McH]
~ so viele Blicke
in den Himmel,
dein Antlitz,
danach sehne ich mich,
finde ich nicht,
Frieden sende ich
in deine Welt,
ich hoffe,
er erreicht
dein flackernd Licht;
so wie deine Liebe
mich erreichte,
mich erweichte,
mich einst wachsen ließ,
bitte verzeih,
wie ich sie von mir stieß,
vielleicht war sie zu gut,
zu wahr,
vielleicht zu tief,
zu wunderbar;
zu jung war ich,
zu dumm war ich,
zu wild
für diesen Fels aus Halt,
nun, im Enden,
nun, im Alt,
fühle ich
deinen Schmerz,
begreife ich
dein schönes Herz;
ein Riss geht
durch meinen Geist,
brutal
und erbärmlich zugleich,
in Wunden verfangen,
vor die Hunde gegangen,
du weißt,
nichts ist mir geblieben,
getrieben
bin ich
und verloren
in so vielen Blicken
in den Himmel;
dein Antlitz
sehe ich nicht,
doch spüre ich dich,
in mir
du bist,
liebe Mutter,
so geliebt,
in Frieden,
so ewiglich ~
[Mrs. McH]
~ Herz und Feuer frei,
alle Liebe ist vorbei,
morgen, vielleicht morgen,
wird wieder geliebt,
wird wieder gestorben,
Asche zu Asche,
Lieb zu Leib,
alles was bleibt,
Herz und eine Handvoll Worte,
Feuer frei ~
[Mrs. McH]
~ ein Herz
hat nur das Begehr,
in Frieden zu sein,
doch arme Seelen
ziehen dies Herz
wieder und wieder
in ihren perversen Krieg
aus Schmutz
und Bös hinein;
lasst sie höhnen,
lasst sie hassen,
ein Herz
wird niemals
davon lassen,
wahrhaftig
es selbst zu sein ~
[Mrs. McH]
~ du, alte Wunde
reißt wieder auf
und bestialisch
riecht dein Tod
und die Bestie
dröhnt und höhnt
über töricht Liebesnot
und der Verfall
schreitet hinfort
und das Leben
hier und dort
geht doch weiter
seinen Gang
du, alte Wunde
sei nicht bang
du heilst
doch immer wieder ~
[Mrs. McH]
~ willst du das totale Glück
dann Stück um Stück
sei entblößt
Akt um Akt
mach dich selig
blank und nackt
dann
entbeint
vereint
ausgeweidet
das Seelchen weint
das Seelchen leidet
im Trennungsschmerz
trennt sich das Herz
schwört Eid um Eid
verrottet doch
im schwarzen Leib
aus Dunkelheit
nun, Geist
steh auf
aus deiner Wund
und Lieb
brich aus
und werd gesund
willst du das totale Glück ~
[Mrs. McH]
~ heute bin ich
zum letzten Mal gebrochen,
versprochen
ist versprochen,
so hat mein Herz
gesprochen,
bevor es sprang
aus meiner Brust ~
[Mrs. McH]
~ leben und leben lassen,
das gilt auch für den Schmerz,
ein Geist,
er möcht nicht hassen,
doch hasst er es,
das schlagend Herz,
das nicht mehr weiß,
wofür es schlägt,
es bewegt
sich nur
in einer Brust,
in seiner Enge,
es schlägt nur noch,
weil es leben
und leben lassen muss ~
[Mrs. McH]
~ für Poesie
gibt es ein Morgen,
für meine Worte
nicht;
es bricht
mein Herz,
mein Lieb
verkümmert
in jedem traurigen Gedicht;
mehr als ich tat,
kann ich nicht tun,
mein Geist
möcht endlich,
endlich ruh'n,
mehr als ich gab,
kann ich nicht geben,
leben, nur leben,
das will ich nun ~
[Mrs. McH]
~ unvollkommen
und verwirrt
irrt
ein Herz
umher,
so leer
seit unzählbaren
Jahren,
offenbaren
wird sich Licht,
wenn die Finsternis
am Weinen ist,
wenn sie sich
selbst nicht mehr
erträgt,
sich nicht mehr
quälen will,
[und dann]
still,
still wird alles sein,
so still ~
[Mrs. McH]
~ kein Versprechen wurde gebrochen,
das Morgen hat uns nichts versprochen,
nur dass es ist,
wo du dann bist,
das hat es nicht gesagt,
hättest du doch nicht gefragt,
ob es ein Morgen gibt ~
~ und das Morgen
kam,
im Warm,
fast Heiß,
rissen wir uns
die Haut vom Leib,
vom Kadaver,
aber,
oh ja,
es war
so schön,
so entzückend,
den Geist verrückend,
nackt und blank
im Morgenhöll
zu sein,
nicht allein,
nein,
wir waren
die Masse
aller Massen,
wir konnten es
nicht lassen,
vereint in Knochen,
uns so sehr
zu hassen,
die Schädel
unsrer Seelen
einzuschlagen,
niemand wollt
es wagen,
Liebe zu geben,
Liebe zu ertragen,
das Morgen
ward die Hölle,
die Quelle,
und wir münden
hier,
das war ich,
das warst du,
alle waren es,
das Morgen
waren
wir ~
[Mrs. McH]
~ du Herz, du Blut,
so blank, so bitter,
deine Bürde, deine Not,
musst schweigen,
doch fließen,
dein Leid
ausgießen,
doch kein Gefäß
ist ohne Loch,
ach weh,
oh, doch,
du Herz, du schlägst,
du Blut, du fließt,
aus Not
ward Mut,
deine Seele, Glut,
dein Geist, so kalt
geworden,
überlebt,
überstorben,
dein Sieg
ist Krieg,
dein Frieden
nah,
unnahbar,
aus Gründen ~
[Mrs. McH]
~ Totgesagte leben
lang,
Herz, du Treues,
sei nicht
bang,
in dir wird es eng
und enger,
doch Seelenlose
leben länger,
wenn auch nicht
ewig,
gehab dich wohl,
gehab dich
selig;
keine Augen
haben viel
gesehen,
die Wahrheit
wird sich selbst
verdrehen,
bis jeder Mensch
seine Lügen glaubt,
bis alle Hoffnung
dem Geist geraubt;
am Ende
nur noch Flüsse
fließen
aus Blut,
aus Wut,
bevor sie sich
in ihr letztes Meer
ergießen,
wo Liebe wie Fett
an der Oberfläche
schwimmt,
Herz, du Armes,
dein Saft
gerinnt,
spring aus der Brust,
aus deinem Heim,
es wird gar nicht
schmerzhaft sein,
nein, du Herz,
du Parasit,
so sehr geliebt,
ach, du Narr,
sei nicht
bang,
Totgeliebte leben
lang ~
[Mrs. McH]
~ weißt du, wie es ist,
wenn die Nacht dich frisst,
obwohl du es bist,
der hungrig ist,
in Finsternis
verhungert;
erstickend kalte Leere
haut ihre scharfen Zähne
in dein Fleisch,
zerreißt deine Seele,
deinen Geist;
dein Leib
ist nur noch Hülle
für keine Fülle;
»alles wird gut«,
sickert in dein Blut;
und wenn der Morgen graut,
hast du es deinen Dämonen
wieder einmal geglaubt ~
[Mrs. McH]
~ das Morgen fällt aus,
Herz, Seele, Geist,
alles bleibt verschlossen,
nur mein Leib,
der bange Bote,
wird erschossen,
weil er viel zu viel
vom Leben weiß ~
[Mrs. McH]
... und dann
warf ich Schatten voraus
denn nach der Klarheit
gebar ich Wahrheit
und aus Vergebung
ward Vergeltung
und alle Kreise
schlossen sich
wie einst
hundert Türen
und noch mehr Wunden
und alle Lider
und wieder
ward Finsternis
Vollkommenheit
das Ende der Gedichte
und das Mitbringsel
ward der Tod
seine Tränen
schlugen keine Schlachten
doch der Trauer Sieg
im Halbdunkel
war es stets auch halbhell
und versprochen
war versprochen
und wurd stets gebrochen,
weil ohne Brüche nichts
zusammen|wachsen wollt
nur im Leib
verblieb ein Herz
zwar ungebrochen
doch es verstarb
es gab
nichts mehr
zu schlagen
Alltödliches
ward Alltägliches
zähfließend Rötliches
schimmernd
durch die fahle Haut
brach doch das Licht
nur die Schatten
die ich warf
nein, diese nicht
die flohen in den Morgen
in unerforschtes Land
kahl und grau
das uns verband
und dann ...
Verzicht
»anstatt Blumen«
[Mrs. McH]
von der Wiege bis zur Bahre
Adaption der Grausamkeit
~ zwischen Sein
und Nichtsein
klafft eine Lücke
kein Zuhause
nur Heimtücke
in der Wiege
keine Liebe
Liebe
Liebe
verzweifelt
gesucht
doch verflucht
was soll es ernten
von dem es
nichts ahnt
die Saat
besteht
aus Leere
und die Ernte
sind harte Schläge
Schläge
Schläge
doch es ist
kein Herz
das schlägt
und die Mutter
wird verbrannt
und der Vater
ist gerannt
alle Unschuld
wird geraubt
und der Hunger
frisst die Seele
und den Geist
wohl auch
bloß niemals Mangel
an Gewalt
Gewalt
an Gewalt
muss es sich
nun mal gewöhnen
Blut und Eiter
fließt in Strömen
das Herz entweiht
von Niedertracht
in Einsamkeit
jeden Tag
jede Nacht
so viele Sommer
kommen und vergingen
keine Sonne
jemals schien
an keinem Himmel
Sterne hingen
was sollt es geben
von dem es
nie gewusst
es konnt
nur nehmen
und es schlug
niemals zurück
so wie
es niemals liebte
einst
vielleicht
vielleicht
vielleicht
auf der Bahre
das einzig Wahre
Frieden
verzweifelt
gefunden ~
[Mrs. McH]
#Langgedicht
Endling ~
ich hatte einen Traum
ich wünschte so sehr
ich könnte
meine Vision verfilmen
dies Lichtspiel
jedermann zeigen
in allen Köpfen sollte es
mit all seinen Farben
und Tönen
wirken und auf ewig verweilen
dass ich keine Worte finde
um meinen Traum zu beschreiben
spricht Bände
es lässt mich leiden
meine Leere
gebiert Scham
so reich ich bin
so arm
das Eingeständnis
meiner Not
sagt mehr Graus
als mir lieb
ist alles beendet?
alles aus?
hässliche Ohnmacht
in mir erwacht
doch mein Traum war größer
als meine Sprache jemals wird
nur berichten kann ich
muss ich
bevor alles stirbt
er war, ach, wunderschön
nun bin ich ein Endling
denn nur ich
habe ihn gesehen
wie in jedem meiner Träume
fand ich etwas nicht
was es zuvor noch gab
vor allem ein Zuhause
ein letztes Grab
ich suchte und lief
und kam nicht
einen einzigen Schritt voran
wohldann
irrte ich und rief
in taube Ohren
niemand hörte
so ging ich verloren
doch weiter und weiter
ohne Leib, ohne Beine
trotzdem öffnete ich
verwaist, alleine
Türen und Tore
und unzählige Fenster
und ich sah kein Grauen
keine Gespenster
nur Schönes
nur Rares
aus hundert neuen Welten
nur Wahres
in dem Flüße zu Meeren
Wolken zu einem Himmel
und Monster zu Menschen werden
in dem Lebe- und Totewesen
sich schätzen und ehren
und in meinem Nacken saßen
doch die Furcht und die Flucht
sie schmatzten und fraßen
ich war versucht
ihre kalten, eiternden Krallen
abzutrennen
fortzurennen
doch tat ich mir selbst
den überfälligen Gefallen
wie aus tausend Träumen
die Lektionen gelernt
Reue aus meinem Ich entfernt
schaute ich mich nicht um
ich blickte nie mehr zurück
nur in das Neue
ich nannte es Glück
nicht immer war es gut
doch stets prächtig
übermächtig
öffnete es mein Herz
schenkte es mir Gefühl
ich stand am Fenster
und mir gefiel
wie stoisch der Sand
aus Zeit und Unumkehrbarkeit
durch meine Finger rieselte
doch nie verschwand
und ich fand
was es zuvor
wohl doch nicht gab
nur ein Blinzeln
und ich vergaß
weil Neues, Schönes
mich überflutete
meinen Geist
meinen Sinn
woher kam ich, wo ging ich hin?
erfuhr ich, wer ich war
oder wer ich bin?
und ich strengte mich an
mich zu erinnern
meine alten Schwächen
meine neuen Stärken
die Kreativität meiner Träume
mir jede Sequenz
unbedingt zu merken
diese wahrhaftig
größenwahnsinnig anmutenden
unfassbaren Räume
die meine ruhende Seele
mir schenkte
die die Grenzen der Realität
für mich sprengte
doch ich versagte
ich vergaß
und ich vermag
niemals, nicht
die Fragmente
die Splitter
zu beschreiben
ja, nein, vielleicht
doch, ich lasse es bleiben
wie es war
wie es ist
nur nicht mich
denn diesen Film
dies Zeugnis
wird keine Seele sehen
in meinem Inneren
zu Hause
eine verlassene Heimat
in meinem Reich
wird nichts Gutes
jemals vergehen
ein gangbarer Weg
wie ein blutiger Pfad
zu einem unerreichbaren Ziel
ich verlange nichts
ich hoffe nicht viel
mein treuer Gefährte
bin und bleibe ich
mein eigenes Dunkel
mein einziges Licht
in meinen Träumen
wie Schatten
von keinem gesehen
ein Endling bin ich
ach, wunderschön ~
[Mrs. McH]
Hundesohn ~
nicht
in der Kürze
liegt die Würze
doch in der Länge
das Gefänge
der Krampf
im Kampf
der dir dein Rückgrat bricht
deinen Geist zerfickt
dein Herz zermahlt
deine Seele erstickt
dich wünschen lässt
du wärst nie geboren
oder längst verstorben
vergangen und vergessen
wie all deine Sünden
nicht
denn du bist bloß
einer dieser
Hunde
und, welch Hohn
sein Sohn
zugleich
vielleicht
der Hund aller Hunde
schwanzwedelnd
springst du
kläffend und geifernd
in jede Wunde
jaulend und eifernd
wie alle wilden Köter
in verdreckten Teichen
bergen gierig
all die Leichen
nur die eine
meine
nicht ~
[Mrs. McH]
~ es gibt keine Pflicht
zu leben
nur sich selbst
muss der Mensch
vergeben
wie er es tut
und wenn er liebt
vergib ihm
seine Schuld ~
[Mrs. McH]
~ und ich liebte
und sie lachte
und ich liebte
und ich dachte
für immer
oh ja, auf ewig
sollt es sein
und ich kroch
erbärmlich wimmernd
mit all meiner Liebe
tief, so tief
in einen toten Schacht hinein
und das Lachen der Liebe
hallte dröhnend in mein Grab
niemals vergab
ich meinem Herz
das Lieben ~
[Mrs. McH]
~ etwas schließt sich
und es ist immer ein Kreis
[ich weiß]
aus Kommen und Gehen
von täglich Auferstehen
denn des Nachts
wird heimlich gestorben
sich hingegeben
nur bis zum Morgen
da kriecht der Geist
[du weißt]
zurück in einen Leib
den er nicht immer
sein eigen nennt
er verkennt
die Lage
nur vage
[ungewiss]
erinnert er sich
an die Finsternis
doch manchmal verrückt
sich das Leben
manchmal entzückt
ein Beben
arme Seelen
die sich mit sich quälen
vertauscht
im Rausch
des Vergehens
verdreht
im Prozess
des Verstehens
verwirrt
wenn alles irrt
zwischen feuchten Laken
und schmutzigen Kissen
[wir wissen]
etwas schließt sich
und es ist immer ein Kreis ~
[Mrs. McH]
~ und die Zeit
verzehrt
nur sich selbst
und allen Frieden
und spuckt ihn wieder aus
der Leichenschmaus
wird keinem munden
nur der Zorn
heilt alle Wunden
und unheilvoll
wird alles enden
kein Wort darüber
möchte ich
noch verschwenden
ich spar es auf
für die Vergessenheit
Schweigen
blank und bloß
für alle Zeit
Leiden
nie
ach weh
oh nein
nur Stummheit
soll mein Schicksal sein
bis jede nässend Wunde
ausgedörrt
bis jede Sehnsuchtsqual
erhört
in Barmherzigkeit
stillgestellt und rein
in Seligkeit
geheilt muss alles sein
so wird es enden
nur im Zorn
blicke ich zurück ~
[Mrs. McH]
nach Hause
~ und die Geburt
[so weh, so schwer]
war Höllenqual
aus dem Nirgendwo
ins Feuerland
[noch unbenannt]
wie Eiter
sprudelt
aus hundert Wunden
den Geist besudelt
mit Monotonie
und die Narben
schlossen sich nie
[ach, wie?]
unter Pein geboren
die Nabelschnur
aus Melancholie
nie durchtrennt
und die Liebe gibt
was sie nie besaß
und der Sommer flieht
mit leeren Händen
vor dem, was ihn frisst
[es ist, was es ist]
mit dem letzten Orkan
taumelnd, tanzend
in den Wahn
namenlos zurück
in den Geburtskanal
ins Glück
aus Hoffnung
und Ungewesenheit
mit absoluter Sicherheit
die Seele leer
keine Geburt
so weh, so schwer ~
[Mrs. McH]
~ wärst du
meine Wege gegangen
würde kein Laut
aus deiner Kehle dringen
deine Seele würde sich
um tausend Tode winden
wärst du meine Wege gegangen
wäre dein Fleisch
gerissen
wären deine Knochen
verschlissen
wärst du meine Wege gegangen
wärst du sie
gekrochen
wärst du so
zerbrochen
wie ich
doch meine Wege
bist du nie gegangen
viel zu gefangen
warst du
bist du
lebst du
dein Schicksal in mir
wärst du wie ich
wären wir nie gewesen
nun verwesen
meine Wege in dir ~
[Mrs. McH]
~ das Glück
wollt doch nur glücklich sein
die Liebe
wollt nur lieben
doch getrieben
von Monstern
in Menschengestalt
verblieben
nur Furcht
und Leid
selig vereint
weil nicht allein
das muss wohl Glück
und vielleicht Liebe sein ~
[Mrs. McH]
~ der Weg zum Frieden
führt das Sein
nicht allein
durchs dunkle Tal
aus Stille
nein, oh nein
es ist der Wille
der zu brechen ist
zu leben
zu lieben
zu hassen
nichts
Gutes
Böses
Allgegenwärtiges
zu lassen
gepflügt
das Feld
geschottert
der Pfad
zur Abkehr
sogar vorm Tod
in flüssig Rot
watend
den Schnitter
hämisch erwartend
in steinig Grau
getaucht
ist der Berg
zu erklimmen
bis der letzte Odem
keuchend
sich selbst verbraucht
doch
unsterblich sein
im Sinn
im Geist
der Altes
mit Neuem
verschweißt
heiß glimmt und glüht
eines Tages sprießt
erblüht
im Eiter
im Blut
am Wegesrand
die Glut
aus Schmerz
der Stachel im Fleisch
in Ruhe
in Frieden
das Dornenherz ~
[Mrs. McH]
was sein soll
~ Genügsamkeit
in keiner Zweisamkeit
bedeutet nicht
Einsamkeit
nein
nie
nur ein Hauch
Melancholie
die wie
ein sanfter Sommerwind
gerade noch so
auf nackter Haut
zu spüren ist
in Gedenken
an vergangene Zeiten
die mehr Fluch
als Segen bereiteten
oh ja
in keiner Zweisamkeit
liegt ein verkanntes Stück
Notwendigkeit
voller Frieden
voller Glück
und noch mehr
Demut und Erneuerung
vor und in dem Sinn
der sich
aus sich selbst ergibt
der, ach weh
über Verachtung
und sogar Liebe siegt
weil nichts mehr existiert
weil alles in sich krepiert
stirbt
und wieder wird
was sein soll ~
[Mrs. McH]
~ Herzbruch
in allen Augen,
vom Glauben
ins Wahre
stürzt
die Ewigkeit;
die Endlichkeit
frisst sich in alle Glieder,
der Knochenmann
singt Liebeslieder,
das einzige Wesen,
dessen Wort
aus Treue spricht,
dessen Wort niemals,
niemals bricht;
Herzbruch
in allen Augen ~
[Mrs. McH]
Flickschusterlieben
~ schroff und grob
schob
ein Geist;
du weißt,
von wem
die Rede ist,
ein Engel,
der nie geflogen ist;
sich in das Sichtfeld
eines Seelenleids,
»bleib,
doch nicht für immer«,
»nein, ach, nimmer
tät ich ewig verweilen,
nur für die Sommer,
die du brauchst
zum Heilen,
dann bin ich
schon verschwunden,
mit all deinen Wunden
flicke ich
mein Gefieder,
fliege hoch, so hoch,
und ...«
»... kommst nie wieder«,
so muss es wohl
gewesen sein,
ein Du,
ein Ich,
zusammen,
allein;
grob und schroff
riss der Stoff,
aus dem Träume
einst gewebt;
etwas stirbt,
etwas lebt;
sich selbst
in tausend Fetzen ~
[Mrs. McH]
heute wird für immer sein
~ heute zerre ich
die Ohren mir ab
heute steche ich
die Augen mir aus
heute fließet mein Blut
in Strömen
heute weine ich
alle Tränen
heute wird
für immer sein
in Demut
und Verachtung
gehe ich
erbärmlich ein
beschämt bin ich
ein Mensch
unter Menschenmonstern
zu sein
heute nähe ich
die Lippen mir zu
ohne Augen, ohne Ohren
sehe und höre ich der Welt
beim Sterben zu
heute frisst
das Nichts mich ein
heute wird
für immer sein ~
[Mrs. McH]
[und morgen
vielleicht morgen
lasse ich meine Seele
wieder frei]
~ ein schriller Schrei
aus einem verrottenden Grab,
»sag, Liebes, sag,
was deiner Seele
keine Ruhe lässt?«,
flüsterte fragend
eine Stimme rau,
doch sanft,
»ich, Elend!«,
schrie es,
»habe erkannt,
was der Sinn
meines Lebens war!«,
»nun offenbar«,
hämte es aus
einem anderen Schwarz,
»wohl etwas spät,
das zu begreifen«,
»manches braucht nun mal
Zeit zum Reifen!«,
kreischte das Elend
stumpf aus kalter Erde,
»oh ja, die Bürde
der Vergessenen
unter all diesen Besessenen,
wiegt schwerer
ein Meter achtzig tief!«,
rief
das Flüstern nun
entgegen seiner Art
und wurde selbst
zu einem Schrei ~
[Mrs. McH]
~ manchmal
geht ein Mensch
und manchmal
geht ein anderer Mensch
ein bisschen mit
es beginnt
ein gnadenloser
wilder Ritt
in Endlichkeit
ein Samenkorn
aus Trauer
treibt
Schmerz
gedeiht
zu einem dunkel blühend
Wundgewächs
das Leben ächzt
in dumpfen Schatten
der Atem verlässt
den Leib
wie Ratten
das sinkende Schiff
doch das Schiff
treibt weiter
umsegelt das Riff
strandet und verweilt
ungeheilt
und doch ein Riss
geht durch die Tage
durch Nächte ohne Schlaf
ein kalter Wind
weht durch die Seele
macht sie taub und starr
der Geist
im Fallen
Sinne lallen
irren
wie ein tragisch Lied
ohne Melodie
ein Teil des Seins
fällt ab und weg
in tiefste Tiefen
in Asche
in Dreck
verwest im Dunkel
wo einst nur
ferne Geister riefen
was bleibt ist Narbenhaut
zart wie Pergamentpapier
ein Mensch geht
ein anderer
bleibt hier
hadert
verhandelt
ummantelt
von einem faulig
süßen Geschmack
ambivalenter Barmherzigkeit
in Liebe
im Leid
manchmal
stirbt ein Mensch
und gräbt ein Grab
in anderes Fleisch
das sich
vielleicht
nie
wieder
schließt ~
[Mrs. McH]
~ alles
wozu ich
zwischen
Lieb und Tode
fähig bin
schau nicht nur
mit einem Auge hin
lausche
dem Rausche
dem Ungesagtem
dem stummen Wort
das nie geschrieben
wund und karg
zwischen Leerstellen
getrieben
liegt es darnieder
blank und bloß
und alle Glieder
steif und klamm
ist es zu finden
in deinen Händen
wird es sich winden
weil es Wärme
nicht sein Eigen nennt
nicht nennen will
oh weh, so hübsch
ach, so still
schreit es dich an
zwischen
Lieb und Tode
zwischen
Sein und Nein
und blinden Augen
stirbt sein Ja
verendet
alles
verbleibt doch wahr
wozu ich fähig bin ~
[Mrs. McH]
~ und hier ist er
all der Hass
der Blicke friert
der unverziert
ins Antlitz starrt
nichts in ihm
ist süß und zart
nur purer Hass
der Schmerz gebiert
selbst nichts verliert
nur gewinnt
im Hass beginnt
kein süßes Lied
das Lüge spielt
gut gezielt
noch besser getroffen
niemals nie
vom Schein besoffen
kein Heuchelwort
das heimlich mord
nur Geist der Klarheit
nur Hort für Wahrheit
der nur ist
nur existiert
in harter Tat
kein Verrat
keine Lüge sticht
nichts Falsches bricht
kein Lug
kein Trug
nicht gefährlich
nur brutal ehrlich
ein nacktes, pochendes Herz
so so glücklich ohne Schmerz
bei sinnlichster Betrachtung
nur wahrhaftige Verachtung
in einem Wort
hier ist er
all der Hass ~
[Mrs. McH]
~ und hier ist sie
all die Liebe
die warm umarmt
die süß umgarnt
die geduldig verweilt
die gebrochene Flügel heilt
die selbst nicht fliegt
weil
blind wie sie ist
sie nichts sieht
die niemals bangt
die nichts verlangt
die nur ist
nur existiert
in einem Wort
den Mord
an armer Seele
hat sie nicht verhindert
denn
dem Wort
folgte keine Tat
das ist Liebe
nur ein Wort
Verrat ~
[Mrs. McH]
Schöpfung aus der Leere
~ und ihr geht
und ihr geht
und ihr geht
ja, bitte geht
denn so
steht
es geschrieben
dass ihr euch
erst windet
lügt
betrügt
letztlich
endlich
verschwindet
wohin ihr geht
das ist mir gleich
nichts könnte mir
gleicher sein
vielleicht
könnte ich weicher sein
doch beim Biegen
muss es krachen
Tränen sollt ihr
niemals lachen
nur ganz viel weinen
noch mehr schreien
alle Schritte
müsst ihr übertönen
Gehen und Verhöhnen
ist der neueste Scheiß
ich weiß
ich weiß
es
schon viel zu lange
Angst und Bange
werden euch führen
und folgen ins Licht
vielleicht
vielleicht nicht
bin ich die Sonne
die euch blendet
verbrennt
verendet
gerne
in meiner Glut
kein Blut
soll mehr fließen
nur sprießen
soll mein Keim
aus Nein
und Schatten
bin ich auch
der euch begleitet
vielleicht
verleitet
in süße Sünde
denn wer sich nie
dem Teufel versprach
wer niemals seine Seele gab
vermag
nicht ansatzweise
zu begreifen
alles muss reifen
fein gedeihen
nur was ist
kann ich
entweihen
und nur was geht
und ja, ihr geht
ihr geht
ja, bitte geht
kann wiederkommen
was soll das Bleiben
bringen
nichts Gutes
kann der Mensch
erzwingen
vielleicht
nur ein Schweigen
mit einem Schlag
mit einem Hieb
das kann jeder Dieb
Zeit und Leben
stehlen
kein Widerspruch
kein Auferstehen
bei mir gibt's nur
Geschenke
und ich denke
dass es euch
bald sehr gefällt
auf ein Podest
gestellt
roh und bitter
serviert vom Schnitter
höchstpersönlich
lahm
gewöhnlich
doch adrett
wenn auch schmierig
gebraucht und ranzig
wie altes Fett
biedert sich
euch Liebe an
nehmt ihr sie an
weidet sie euch aus
so ein hübscher
Leichenschmaus
eine Wunde
in der Zeit
die vergeht
oh ja, sie vergeht
mit euch
ja, bitte geht
denn so
steht
es geschrieben
ach, wie gern
ging ich voraus
doch lausche ich
noch eine lange Weile
dem Echo
dem Applaus
den tote Hände klatschen
die nicht wissen
welchem Leib sie angehören
besser wollen wir
sie nicht stören
leere Hände
die nicht ahnen
wer sie bewegt
nur wer geht
und ihr geht
und ihr geht
ja, bitte geht
ist längst vergangen ~
[Mrs. McH]
doch die Blumen blühen
auch in Finsternis
~ nichts ist
doch alles wabert
wie kühl grauer Nebel
über eine Wiese im Morgentau
doch kein Tag
bricht an
aus Nacht erwacht
keine Dämmerung
nichts ist
nur alles bleibt
in ewiger Erinnerung
eines Ichs
das in tausend Sommern
niemals war
doch die Blumen blühen
auch in Finsternis
niemand ist
der sie beschneidet
keiner ist
der sie wurzellos
aus dem Leben reißt
kein Mensch ist
der ihre Schönheit
zu seiner Wonne verspeist
keiner ist
der ihre Blütenblätter
missbraucht
er liebt mich
sie liebt mich nicht
niemand ist
der an Liebe glaubt
kein Frühling ist
in dem ein Herz
sich an ein anderes hängt
kein Herbst ist
der den Sommer verdrängt
kein Winter wird kommen
lethargisch
benommen
wabert ein Ich
das nicht ist
wie kühl grauer Nebel
über eine Wiese im Morgentau ~
[Mrs. McH]
~ nur Liebe
möcht ich dir schenken
denn nur Liebe
besitze ich
im Überfluss
so viel zu viel
dass ich darin
zu ertrinken
drohe
nur rohe
Liebe
blutgetrübt
doch wahr
doch rein
flöße ich dir
durch die Fetzen
deiner darbend Lippen ein
sie haben viel
zu viel geküsst
viel zu viele Worte
sind durch sie gekrochen
viel zu viel Zukunft
wurde mit ihnen
faulig süß versprochen
viele zu viele Lügen
haben jedes Wort
und auch mein Licht
gebrochen
nun ertränk ich dich
in meiner Dunkelheit
in meiner Lieb
in meinem Leib
deinen bleichen Mund
vernähe ich
mit einem Garn
aus Bleib
oh ja
ja, bitte bleib
bitte schweig
im ewigen Gedenken
nur Liebe
wollte ich dir schenken ~
[Mrs. McH]
im Morgentod
~ morgen gibt's
kein Morgen
morgen gibt's
nur leere Herzen
oh, wie fein
keine Schmerzen
morgen gibt's
keine Gefühle
kein Gewühle
im Eingeweid
oh, wie fein
kein Leid
kein Säbelrasseln
kein Knochenbrechen
morgen gibt's
nur Toderbrechen
in Lebendfallen
von allen Wänden
widerhallen
leise Laute
des Begehrens
des Verzehrens
nach einem Morgen
der nicht graut ~
[Mrs. McH]
Schmierenkomödie
oder die Irrelevanz
eines Individuums
~ merk dir eines
du bist ein nichtiges Nichts
ein winziger Wicht
unter winzigen Wichten
unter riesigen Riesen
eine lieblose Liebe
unter Myriaden
liebloser Lieben
getrieben von
triebtätigen Trieben
unbedacht
stets darauf bedacht
etwas
jemand
zu sein
merk dir eines
du bist allein
unter gar vielen
ein dumpfes Rädchen
in einem gleichgültigen Gefüge
die hässliche Wahrheit
in noch hässlicherer Lüge
eine stumpfe Klinge
die nichts schneidet
die in nichts dringt
doch niemand zwingt
niemand fragt dich
zu retten
oder zu richten
du bist ein Nichts
eine belanglose
Geschichte
unter abertausend
belanglosen Geschichten
nur eine schmierige Schicht
unter noch mehr
klebrigen Schichten
ein fahles Licht
in einem hellen Raum
ein Traum
im Traum
im Traum
im Traum
an den sich keiner erinnert
ein Strasssteinchen
in einem Diamantenmeer
das billig schimmert
eine frische Wunde
in einem sterbenden Leib
aber ja
bitte
ja
bleib
der
die
das
Eine
ein Bein
unter Gebeinen
unter diesen
Deinen
die Handvoll Weniger
die dich lieben
sind selbst getrieben
etwas
jemand
zu sein
zu beharren
auf Rechte
weniger Pflichten
weniger zu retten
mehr zu vernichten
doch zu richten
ist nicht ihr Recht
sowie nicht deines
merk dir eines
ihr seid nur ein Heer
aus tausend Heeren
nur existent
euch zu mehren
nur für ein Sein
im ungebetenen
Richten groß
im Frieden klein
kein Sinn
bloß Schein
in Schöpfung
im Scheitern
so wahr
so weh
so ich
so du
so wir
so allein ~
[Mrs. McH]
~ in jedem Kuss
ein Konflikt
es zerfickt
den Verstand
jedes Areal
im Hirngefäß
durchgebrannt
keine Sicherung
nichts mehr im Lot
Gewalt ist Leben
Leben ist Tod
über Liebe
sprechen wir
längst nicht mehr
viel zu lange
ist es her
dass es Wunsch
und Wonne war
unnahbar
aus tausend Gründen
sind wir geworden
morgen
vielleicht morgen
küssen wir uns blutig
ein letztes Mal ~
[Mrs. McH]
~ um meine Worte
ringe ich nicht
nein
ich zwinge dich
und niemanden
nicht
nur eines
zu begreifen
reifen
soll meine Stille
auf unbestelltem Feld
mein unbändiger Wille
ein Minenfeld
muss schweigen
muss verbleiben
nein
sogar überleben
im Erleben
ein Beben
in einem Vakuum
ertränkt den Verstand
im Delirium
aus Seelensud
im Kinderblut
der Geist sich nährt
im Alten gärt
die bittere Frucht
was bleibt
ist
saure Liebe
und süße Luft
nichts davon
lässt uns atmen
erstickt das Warten
gebärt bloß Hadern
durch poröse Adern
fließt kein Rot
nur toter Tod
aus und in
Vergangenheit
hülle ich
meine Sprachlosigkeit
in Unvollkommenheit
in abertausend Worte
in keine Orte
fallen sie ins Überall
lautlos
weil hautlos
nur ein Knochengerüst
zu Tode geküsst
ins Jenseits geliebt
ins Schwarz gejagt
alle Fragen bleiben
ungefragt
im Niemandsland
Gefahr gebannt
um deine Worte
ringe ich nicht ~
[Mrs. McH]
~ als die Wahrheit
sich erfüllte
blutig sich enthüllte
die ärgste Bestie
ist ein Mensch
wie du und ich
da starb mein Licht
ein letztes Mal
ein Traktorstrahl
zurück zu mir
süßer Frieden
End aller Qual ~
[Mrs. McH]
mit fremden Federn glücken
~ mein schweres Herz
ist leichter
als du glaubst
federleicht
wenn du es raubst
verleiht es dir
die Schwingen
die du brauchst
um zu schweben
um zu leben
davonzutreiben
auszuleiden
um zu gleiten
um deinen Geist
auszuweiten
zu lieben
zu fliegen
auf und davon
fort von mir
denn ich bleibe hier
und schaue dir nach
oh weh, ewig ach
wohin es dich wohl treibt?
wer dich nun
mit meinem Herzen
einverleibt?
was bleibt?
ein dunkler Fleck in mir
ein Schattenriss
verblichenes Wir
ein klaffend Loch
im Nirgendwo
immer wieder so
mein leeres Herz
ist erfüllter
als du glaubst ~
[Mrs. McH]
in deinen Augen ist's noch warm
~ gerade noch so atmend,
winselnd, hechelnd
krieche ich
schief lächelnd
durch deine Lider,
die kalt
dein Augenlicht bedecken,
für immer gehen,
sterben, verrecken
sollst du nicht allein,
dein letztes Bildnis
möcht ich sein;
in deinen Augen
ist's noch warm,
so weich
und wund zugleich,
mein Hab und Heim,
endlich bin ich
ganz allein
mit dir
in deinem Schwinden,
niemand wird mich hier finden,
schon gar nicht suchen,
existierte ich
doch ohnehin
nur hinter deinen Lidern ~
[Mrs. McH]
Sprachnaturgewalt
~ mit dir
begreife ich
immer
alles und nichts
zugleich
und zum Nichts
wenn du sprichst
werde ich
wird mein Immer
zu ewigem Nimmer
wenn du schweigst
du weißt
du bleibst
noch tiefer
in mir verhaftet
entwaffnet
und entbeint
zersplittert
zu tausend Scherben
verbittert
im süßesten Wein
ertrunken
in die tiefste Tiefe
gesogen
dort habe ich
mich selbst betrogen
im Sediment
aus Schein und Sein
habe ich mich
eingegraben
ent- und wieder
aufgeladen
oh ja
mit dir
begreife ich
dass Leben
tausend Tode
braucht
und jeder Tod
erlaubt
uns Echo
unseres Selbst
zu sein
das es
zu erkunden gilt
immer und nimmer
wenn mich nichts hielt
bin ich aus Nichts
zu einem All geworden
was mich bricht
wenn du sprichst ~
[Mrs. McH]
~ und die Engel singen
und sie bringen
dir den Tod
bringst du sie
nicht zum Schweigen
einer muss leben
einer muss schweigen
wenn die Engel singen
bringen sie
alles ins Lot ~
[Mrs. McH]
~ schlägst du Schneisen
oder baust du Brücken,
mit was, zum Teufel,
willst du dich
noch selbst entzücken,
welche Stühle
willst du noch verrücken,
zwischen keinen
sitzt du noch,
längst verwest du
in deinem Loch
aus Selbstverdammnis,
dein Gefängnis
ohne Schloss und Riegel,
war es zu viel
oder zu wenig Prügel,
die du einst erfahren hast,
war es Lust oder Last,
die dich erst in den Himmel
und dann in die Hölle trieb,
warst du reich
oder der Dieb,
der alles stahl,
was Liebe ihm befahl,
warst du Gönner
oder Neider,
oh weh, ja, leider
warst du wohl
alles und jeder,
Gejagter und Jäger,
Richter und Henker
und Beklagter,
nun, was sagt er,
dein Verstand,
er hat dein Herz,
deine Seele,
deinen Geist,
dein alles Sein,
in seiner Hand,
die doch wahrhaftig
die deine ist,
was tust du damit,
schlägst du Schneisen
oder baust du Brücken ~
[Mrs. McH]
~ bist du der Betrogene
der Belogene
oder hast du betrogen
hast du gelogen
oder bist du beides
so sei es
Schimpf und Schande
verzeih es
was du Hoffnung nennst
aus Liebe
ist beides
keines
so sei es
verzeih es
verkrallt
in eine Illusion
die alles atmet
die treu wartet
verkrallt mit beiden Händen
wird es niemals enden
das Hoffen
das Lieben
doch was ist dir
geblieben
alles ist hin
na und
was ist schlimm
am Enden
am Wund verbrennen
liegt alles brach
alles öde
ist alles still
ist doch der Boden
für Neues bereit
vergiss nicht
deine Lebenszeit
die sich an verstaubten Fasern
aus Hoffnung und Liebe erhängt
was dich engt
dich bedrängt
fesselt
würgt
erstickt
deinen Geist zerfickt
während du dich selbst vergisst
deine Seele
betrügst
belügst
soll es so sein
kannst du dir das verzeih'n ~
[Mrs. McH]
~ der Glaube
an was auch immer
immer ein innerer Krieg
ein Ringen mit Gewalten
ohne jemals einen Sieg
es braucht kein Gegenüber
um zu lieben
es braucht keine Reue
um zu verzeihen
Heilung
wird nur keimen
wenn kein Preis
mehr zu entrichten ist
im Allein ~
[Mrs. McH]
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